Nomination / Nominierung zum German Design Award 2018

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Courage wird belohnt

Wir sind glücklich und stolz, dass unsere Orgel in der Ev. Stadtkirche St. Petri, Dortmund, nominiert wurde für den German Design Award 2018.
Wir danken dem Rat für Formgebung für die Nominierung und der Ev. Stadtkirche für den Mut, dieses Projekt in dieser Form zu realisieren.

Der Kirchraum ist trotz seiner gotischen Wurzeln ein beinahe modern anmutender Raum: ein Raum ohne Nischen mit hellen Eichenparkett, befreit von Bänken, lichtdurchflutet und bis zum Jahr 2015 mit dem "Goldenen Wunder", einem Altarretabel aus dem Jahr 1522, als einzigem Einrichtungsgegenstand.
2013 trat die Evangelische Stadtkirche an uns heran, ein Orgelwerk zu schaffen, dass sich in diesen Kontext einfügt: ein eigenständiges Objekt mit Aussagekraft, ohne jedoch das Hauptaugenmerk vom Goldenen Wunder anzulenken.

Das Design stammt aus der Hand von Oliver Schulte. Es polarisiert - das darf es auch. Oft eröffnet sich für die Besucher erst beim zweiten Hinschauen der Zauber des Entwurfs.

Einen Flyer über die Orgel in St. Petri können Sie gratis bei Orgelbau Schulte anfordern. (Bitte Namen und Adresse angeben) -> Hier klicken




Courage is rewarded
We are happy and proud to announce the nomination of our organ in St. Petri, Dortmund, for the German Design Award 2018.
Our thanks go to the German Design Council and the Evangelische Stadtkirche for showing the courage to realize this project.

Despite its ancient roots the Petri church is a room with a modern flair: a room without recesses, light oak flooring, without any pews, flooded with light and the "Golden Wonder", an altar from 1522, being the only item in the room.
In 2013 the Ev. Stadtkirche asked us to create an organ into this context. It was the guideline of the Stadtkirche that the organ should be visible as a unique sculpture matching the church room, but leaving the focus on the altar.

The design was created by Oliver Schulte. It polarises. It is supposed to do so. The real magic of the design is often concealed from the eye of the beholder, being revealed at second sight.

Klick here to order a free flyer about the organ (available in english, please leave name and postal address).

Fotos by Ricarda Mohr, mohr-vision.de

Jahresrück- und ausblick – end-of-the-year review and outlook 2016/2017

2016 neigt sich dem Ende zu, Zeit für unseren jährlichen Rück- und Ausblick. Das hinter uns liegende Jahr war erneut „very british“. Im März wurde unsere „Engländerin am Niederrhein“ von Pfarrer Dietmar Heshe feierlich eingeweiht. Die Conacher-Orgel von 1887 wurde von uns 2013 in Liverpool demontiert und hat in der Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt in Wesel-Ginderich ein würdiges Zuhause gefunden. Otto Krämer und Kantor Tobias Henrichs sorgten für einen fulminanten musikalischen Einstand. Direkt im Anschluss begannen die Arbeiten an unserem Opus Maximum: dem Bau der neuen Orgel für die evangelische St. Crucis-Kirche in Bad Sooden-Allendorf. Grundlage für das Instrument ist die 45 Register starke Walker-Orgel der Trinity Church in Cambridge. Nach unseren Arbeiten wird die neue Orgel 60 Register auf 3 Manualen haben. Hinzugefügt werden unter anderem eine neue tiefe Oktave für einen 32' (Holz) im Pedal, ein neuer 16' Diapason im Great und ein Hochdruckwerk mit Flöte, Zunge und Streicher 8'. Neben den eigentlichen Arbeiten sind in 2016 zwei weitere Meilensteine für dieses Projekt gesetzt worden: der Weihetermin wurde auf Juni 2018 festgesetzt und die Prospektgestaltung erhielt das endgültige OK der Kirchengemeinde. Das Modell wird in wenigen Wochen der Öffentlichkeit präsentiert. Dank der wirtschaftlich stabilen Lage konnten wir unseren Maschinenpark erweitern und Umbauarbeiten in unserer Werkstatt durchführen lassen, um den neuen (großen) Herausforderungen besser gewachsen zu sein. Die zweite Hälfte des Jahres war geprägt von Reisen: viele Wochen wurden durch die USA und durch England gefahren, etliche Instrumente besichtigt, Klangaufnahmen genommen, Substanz dokumentiert. Erste Resultate sind bereits spürbar, schon bald werden wir ein weiteres größeres Orgelprojekt im nördlichen Teil Deutschlands präsentieren können. 2017 werden wir uns hauptsächlich auf die Fortführung unserer Orgel für Allendorf konzentrieren. Es wird ein paar schöne Intermezzi geben – eines davon z.B. die Überholung der Ibach-Orgel der evangelischen Kirche in Schwerte-Ergste gleich zu Beginn des Jahres. Und wer weiß – vielleicht gesellt sich das ein oder andere Projekt noch dazu... Wir blicken entspannt mit einem mehrjährigen Auftragspolster in das neue Jahr und freuen uns auf neue Herausforderungen! Orgelbau Schulte wünscht Ihnen allen viel Glück und Gesundheit für das neue Jahr 2017! Die besten Grüße sendet Ihr/Euer Oliver Schulte 2016 came to an end, time for our yearly review and outlook. The last year has once more been „very british“. In March our „English lady at lower Rhine region“, the 2/20 Conacher organ of Liverpool, which we took to Germany in 2013, has been inaugurated in a solemn service by Father Dietmar Heshe. It is now highly appreciated in the pilgrimage church St Mariä Himmelfahrt in Wesel-Ginderich. Otto Krämer and cantor Tobias Henrichs were in charge for the fulminant music performance. Immediately after that we started our works on our new Opus Maximum: the new organ for the protestant church St Crucis in Bad Sooden-Allendorf. It will be a rebuild of the 3/45 Walker organ of Holy Trinity, Cambridge, and will have 3 / 60 after our works. We are going to add a new bottom octave 32' (wood) a new Open Diapason 16' in the Great as well as a high pressure division (String, Flute, Reed 8'). Besides the actual work we could set two more landmarks: the inauguration will take place in June 2018 and the casework design was officially approved by the parish. We will present the design in a few weeks. Thanks to our positive economic situation we could extend our machine fleet and rearrange our workshop to meet the (big) challenges in the near future. Much travelling took place in the second half of 2016: we visited several instruments in the USA as well as in GB, took measures, made records. As a result we will be able to announce a new job involving an english instrument in a few weeks' time. In 2017 we will continue our works on our organ for Allendorf, although there will be some intermezzi, for example the refurbishing of the Ibach organ of the protestant church in Schwerte-Ergste. And who knows – maybe there might be the on or other project incoming... We therefore look ahead to the new year with optimism and filled order books for a couple of years. Orgelbau Schulte wishes a happy new year to all of you! All the best to you Oliver Schulte

Herzlich willkommen – welcome: John Miller

John Miller und Oliver Schulte vor der Schulte Orgel in Dortmund St. Petri

John Miller und Oliver Schulte vor der Schulte Orgel in Dortmund St. Petri

Seit dem 1.9.2015 verstärkt John Miller unser Team. Der US-Amerikaner bringt bereits Orgelbauerfahrung mit: er arbeitete einige Jahre bei der amerikanischen Firma Nolte organbuilders&supply und besuchte mehrere Holzverarbeitungs-workshops. Er ist extra aus Minnesota nach Deutschland gekommen, um bei uns die Ausbildung zu genießen. In seiner Freizeit beschäftigt sich John mit Drehorgeln und ist in seiner Heimat als "Drehorgelmann" (www.drehorgelmann.com) bekannt. Herzlich willkommen! 🙂 Since September 1st John Miller is a new member of our team. John comes from Minnesota (USA), has already worked a couple of years at Nolte organbuilders and has attended several woodworking workshops. He left the USA just to make the apprenticeship at Schulte organbuilders. In his home John is renowed as "Drehorgelmann", being a barrel organ afficionado. (www.drehorgelmann.com) Welcome, John! 🙂

Jahresrück- und ausblick – end-of-the-year review and outlook 2014/2015

Wir von Orgelbau Schulte wünschen Ihnen / Euch allen ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2015! Nach den weiter entfernten Großaufträgen der jüngeren Vergangenheit (Castelo Branco/PT, Schwäbisch Hall - Hessental), gab es 2014 mit Arbeiten an zwei Kölner Orgeln wieder "Heimspiele". Anfang des Jahres wurde die Peter-Orgel in Köln-Merheim "St. Gereon" grundlegend saniert. Die störanfällige Aluminiumtraktur wurde entfernt und eine neue Traktur inklusive neuer Wellenbretter eingebaut. Ausserdem wurde die bestehende Elektrik entkernt und eine neue SINUA-Setzeranlage installiert. Eine neu hinzugefügte Schwebung gibt dem Instrument nun eine neue Klangfarbe. Ende des Jahres begannen die Arbeiten an der Hillebrand-Orgel der Kirche "St. Mariä Namen" in Köln-Esch. Neben einer Reinigung und dringend notwendigen Sanierungsarbeiten an der Windanlage erfährt das Instrument eine grundlegende Überarbeitung der Intonation und Disposition mit Austausch der Manualzungen und diverser kleinerer Änderungen (u.a. neuer Vorabzug 2' aus der Mixtur, Änderung des bisherigen HW-2' als 2 2/3' etc.) Ansonsten war 2014 wieder stark englisch geprägt: In unserer Werkstatt liefen die Restaurierungsarbeiten an unserer englischen Conacher-Orgel für die katholische Kirche "St. Mariä Himmelfahrt" in Wesel-Ginderich. Die Auslieferung musste auf Grund unvorhergesehener Renovierungsarbeiten im Kirchraum auf nächstes Jahr verschoben werden. Große Projekte werfen ihre Schatten voraus: Mitte 2014 holten wir aus Woodkirk/GB die Grundsubstanz unseres "englischen Neubaus" in der evangelischen St.Petri-Kirche in Dortmund in unsere Werkstatt. Das Instrument wird ein vollständiger Neubau unter Verwendung bestehenden englischen Pfeifenwerks. Sehr gefreut hat uns den gleich 3-köpfigen Zuwachs unseres jungen Teams mit Florian Kittke, Peter Schleifenheimer und Andrea Passera - allen noch einmal ein herzliches Willkommen! Abseits der Firma war für mich persönlich die VOD/BDO-Tagung in Köln ein Highlight. Viele Bekannte wurden getroffen, etliche neue Bekanntschaften gemacht, darunter auch einige bisher nur virtuelle Facebook-Kontakte, denen ich nun persönlich die Hand geben konnte. Unser Jahr 2015 ist auftragsmäßig auch schon gut gefüllt. Es geht weiter mit der Orgelsanierung in Köln-Esch, um Ostern werden wir nach Abschluss der Renovierung der denkmalgeschützten Alten Evangelischen Kirche in Wattenscheid dort die Kleuker-Orgel mit dem historischen Wey-Prospekt aus dem frühen 18.Jhdt. sanieren. Und natürlich freuen wir uns auf den oben erwähnten Großauftrag, dem Bau einer neuen Orgel für die evangelische St-Petri-Kirche in Dortmund. Ausserdem köchelt noch das ein oder andere größere Projekt im Kochtopf. Natürlich halten wir Sie auf dem Laufenden! Die besten Grüße sendet Ihr/Euer Oliver Schulte Orgelbau Schulte wishes you all the best for the new year 2015! After our latest projects in Castelo Branco/PT and Schwäbisch Hall in southern Germany we were happy to be back in our home having two organs in Cologne to be overhauled. 2014 started with the rebuild of the Peter-organ in "St. Gereon" in Cologne-Mülheim. We installed a new tracker including new rollerboards, a completely new electrical system and a new stop Celeste 8. At the end of the year we started the overhaul of the Hillebrand-organ in Cologne-Esch. After cleaning and doing restoration works on the wind system we are going to modify the disposition, giving it a more decent sound. Apart from that it was another "english year" for us having lots of joy restoring a historic Conacher organ for the parish of "St. Mariä Himmelfahrt" in Wesel Ginderich / lower rhine region. Due to unexpected renovation work in the church the assembly on site had to be delayed to 2015. Big projects cast their shadows: in mid 2014 we took the organ of St. Mary in Woodkirk / UK into our workshop. It will be the base for our new organ for the protestant St-Petri church in Dortmund. Besides all projects we are happy to have three new colleagues: Florian Kittke, Peter Schleifenheimer and Andrea Passera. Once more welcome! In 2015 we will continue working in Cologne Esch, around easter time we will overhaul the Kleuker organ of the historic Protestant Church in Wattenscheid and, as mentioned above, the new organ for the Petri church in Dortmund. And there are still some more very interesting projects in the making - we will keep you posted! All the best to you all Oliver Schulte

Herzlich willkommen – welcome: Florian Kittke

florian

 

Seit dem 3.7. verstärkt Florian Kittke (27) unser junges Team.

Seine Ausbildung hat er bei Orgelbau Klais genossen und ist nun als Orgelbaugeselle in Teilzeit bei uns beschäftigt. Der passionierte Musiker singt u.a. in der Kölner Domkantorei und ist dort auch in der Verwaltung tätig.

Florian Kittke wird auch während unserer längeren Montagen in Zukunft im Betrieb bleiben und unsere "Heimatbasis" bilden.

Herzlich willkommen, Florian! 🙂

Since July 3rd Florian Kittke (27) is a new member of our young team.

He finished his apprenticeship at Orgelbau Klais and works now for us as part time organbuilder. The passionate musician in member of the Kölner Domkantorei and works there as well in the administration.

Florian Kittke will stay in the workshop during our assembly times in the future and will be our "homebase".

Welcome, Florian! 🙂

Herzlich willkommen – welcome: Andrea Passera

Zum 1.8.2014 hat unser neuer Kollege Andrea Passera die Ausbildung bei uns begonnen. team - andrea und ich Nach Abschluss seines Diploms in Informatik hat der gebürtige Italiener mehrjährige Erfahrung in italienischen Klavier- und Orgelbaufirmen gesammelt (u.a. Masciogni). Andrea Passera hat uns durch seine konzentrierte und motivierte Persönlichkeit und sein handwerkliches Geschick überzeugt. Herzlich willkommen, Andrea! 🙂 On August 1st 2014 our new colleague Andrea Passera has started apprenticeship in our company. After acquiring his diploma in information technology he gained experience in italian piano- and organ building companies (e.g. Masciogni Organi) His focused and motivated personality and his skills in craftsmanship were the decisive factors for his appointment as our new apprentice. Welcome, Andrea! 🙂

Herzlich willkommen – welcome: Peter Schleifenheimer

  Der erste unserer drei neuen Kollegen hat zum 2.7.2014 bei uns die Orgelbaulehre begonnen. Peter Schleifenheimer (30) ist studierter Archäologe mit den Nebenfächern Restaurierungswissenschaften und Denkmalpflege. Sein Zweitstudium der Materialwissenschaften hat er abgebrochen, um wieder an und mit Kulturgütern zu arbeiten. Seine Qualifikationen, sein Enthusiasmus und seine angenehme Art machen ihn zu einer guten Verstärkung für unser Team. Herzlich willkommen, Peter! 🙂 The first of our three new colleagues started his apprenticeship in our company on July 2nd. Peter Schleifenheimer has studied archaeology (secondary subjects: restoration science and historic preservation). Also he started studying material science, but he quit due to working with and on pieces of cultural heritage. His qualifications, his enthusiasm and his pleasant character were the crucial points for his engagement. Welcome, Peter! 🙂

Festtagsgrüße und Jahresrückblick 2013 – Seasons greetings and end-of-the-year review.

Wir von Orgelbau Schulte wünschen Ihnen allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start in das neue Jahr 2014! Auch 2013 stand für uns ganz im Zeichen englischer Orgeln. Anfang des Jahres wurde unsere Orgel in São José Operário in Castelo Branco / Portugal, eine umstrukturierte englische Orgel der Firma Willis, feierlich eingeweiht. (Foto) Pünktlich zur GDO-Tagung in Köln Mitte des Jahres erklang unsere neue Hochdruck-Zungenbatterie Tuba 16 - 8 - 4, die wir in Kooperation mit englischen Kollegen (Terry Shires, Pfeifenbauer und David Frostick, Intonateur) unserer Queen am Rhein, der großen englisch-romantischen Orgel in Bonn-Limperich zugefügt haben. Die vielen positiven Rückmeldungen freuen uns sehr! Noch ganz frisch ist unsere neue Orgel in der Kirche "St. Maria Königin des Friedens" in Schwäbisch Hall-Hessental. Auch hier handelt es sich um eine umstrukturierte englische Orgel der Firma Drechsler. (Foto) Und es scheint weiter zu gehen: es erreichen uns immer mehr Anfragen aus dem ganzen Bundesgebiet zu unseren Konzepten, die von vollständigen Restaurierungen bis hin zum Neubau unter Verwendung englischen Pfeifenwerks geht. Das neue Jahr beginnt mit einem Heimspiel: die Orgel der katholischen Kirche "St. Gereon" in Köln-Merheim wird renoviert. Neben einer Reinigung wird die Aluminium-Traktur vollständig entkernt und durch eine Holztraktur ersetzt, ebenso wie der störanfällige Setzer. Gleichzeitig beginnen die Arbeiten an unserer nächsten englischen Orgel: die Gemeinde "St. Mariä Himmelfahrt" in Wesel-Ginderich erhält von uns eine restaurierte, original erhaltene Conacher-Orgel. Wir halten Sie natürlich weiterhin auf dem Laufenden! Die beste Grüße sendet Ihr/Euer Oliver Schulte Orgelbau Schulte wishes you merry christmas and a happy new year 2014! In the past 12 months we have been busy working on our english organ projects in São José Operário in Castelo Branco / Portugal and "St. Maria Königin des Friedens" in Schwäbisch Hall-Hessental, both being restructured instruments to meet the new requirements of their new homes. Further we have installed a high pressure division "Tuba 16 - 8 - 4" on our Queen on river rhine, the Binns-Schulte-organ in Bonn Limperich. We enjoyed the wonderful cooperation with our english colleagues Terry Shire (pipemaker) and David Frostick (voicer). And work goes on: the new year starts with refurbishing the organ in Cologne-Merheim St. Gereon, giving it a new combination action and a completely new mechanical action. And we are starting our next english organ project, the restoration of a Conacher organ for the parish of St. Mariä Himmelfahrt in Wesel-Ginderich. We will keep you posted! Best wishes to you all Oliver Schulte

Die GDO-Tagung in Köln aus der Sicht eines Orgelbauers

Die GDO kommt nach Köln? Da mach' ich mit! - Die GDO-Tagung 2013 in Köln aus Sicht eines Orgelbauers Der Entschluss zur Teilnahme kam nicht von ungefähr, da wir mit einem der Hauptorganisatoren der GDO-Tagung, Herrn Stefan Braun, bereits während unseres USA-Orgel-Projekts, dem Import und der Restaurierung einer historischen Steere&Turner – Orgel für die Gemeinde St. Maternus in Köln-Rodenkirchen, sehr angenehm zusammen gearbeitet haben. Die Neugier war geweckt, zumal ich zuvor noch nie an einer GDO-Tagung teilgenommen habe. Auch ein Grund, mir das „volle Programm“ zu geben, also alle Tage inklusive aller Late-Night-Specials etc. Gerne ging ich auch auf Herrn Brauns Bitte ein, als Busbegleiter bzw. als Referent an unseren Orgeln in Köln-Vingst (St. Theodor), Köln-Rodenkirchen (St. Maternus) und natürlich unserer Queen am Rhein in Bonn-Limperich (Heilig Kreuz) aktiv mitzuwirken. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete. Natürlich gab es etliche Stimmen, die vor allem die Altersstruktur der GDO zum Thema hatten. Gerade auf meinen Sozialen Medienkanälen gab es schon im Vorfeld den ein oder anderen interessanten Kommentar. Nichtsdestotrotz wollte ich so unbefangen wie möglich an die Sache heran gehen und mir selber ein Bild machen. Sonntag, der 28.7. beginnt sowohl früh als auch feierlich mit der ersten (und einzigen) Probe des unter der Leitung von Winfried Krane zusammengestellten Projektchores, der mit Vierne's „Messe solenelle“ das Hochamt im Kölner Dom musikalisch untermalt, was auch für die Kurzfristigkeit ganz gut gelingt. Singen macht hungrig – so verbringe ich die Zeit bis zur Öffnung des GDO-Tagungsbüros zusammen mit meinen Mitsänger/innen im Früh's Brauhaus. Der Gesang geht weiter, diesmal in Form einer Horde FC-Köln Fans, die sich zur Generalprobe für das spätere Spiel gegen Düsseldorf ebenfalls im Früh trifft. Was ist schon ein Viertelton unter FC-Freunden... aber alles auswendig, ohne Noten! Vierne im linken und Fangesang im rechten Ohr geht es am Nachmittag zum GDO-Tagungsbüro an der Trinitatiskirche. Erste Bekannte werden begrüßt, rund ein Dutzend Orgelbegeisterte wühlen konzentriert in den Notenständen des Butz-Verlags. Ein aufmerksamer Hans-Peter Bähr steht daneben und berät. Und tatsächlich die ersten Facebook-Bekanntschaften, denen man endlich einmal persönlich gegenübersteht. Nach der Anmeldung erst einmal einen Kaffee am Büdchen nebenan geholt. Das scheint einen Nerv zu treffen – über „Wo haben Sie den Kaffee her?“ kommt man ins Gespräch. So dauert es auch nicht lange bis zur Eröffnung der Tagung in der anliegenden Trinitatiskirche. Über 300 Personen sind angemeldet, insofern ist die Kirche gut gefüllt. Ich sitze hinten und kann so nicht nur Zahl, sondern auch Altersstruktur der Teilnehmer ganz gut überblicken. Mein erster Eindruck: gute Mischung. Keineswegs das „Silbermeer“, auf das man mich seelisch schon vorbereitet hatte. GDO-Präsident Prof. Schneider beginnt die Veranstaltung mit seiner Begrüßungsrede. Sowohl ihm als auch den folgenden Rednern in Person von Herrn Stefan Braun und Vertretern der beiden Kirchen und der Stadt sind Freude und Spannung auf die kommenden Tage ins Gesicht geschrieben. In seinem kurzweiligen Festvortrag gibt Prof. Karl-Heinz Göttert einen oft augenzwinkerndern Überblick über die Orgelstadt Köln, bevor dann tatsächlich die ersten Orgeltöne der GDO-Tagung erklingen: Johannes Quack spielt an der Klais-Orgel. Es würde den Rahmen sprengen, über jede einzelne Orgel zu berichten. (Das habe ich ja auch bereits in meinen „live-tweets“ getan...) Etliche sind mir bereits bekannt, wie z.B. die Instrumente der romanischen Kirchen, die Orgel des Altenberger Doms (der quasi bei mir um die Ecke steht). Viel Neues ist auch dabei. Ich denke da nicht zuletzt an die „Neuss-Krefeld-Mönchengladbach“, Tour, während der ich auch als Busbegleiter tätig bin. Eben an dem Tag, an dem es den einzigen „Schluckauf“ im ansonsten perfekt organisierten Programm gibt. Wo ist Bus Nummer 3? Der Fahrer ist nicht zu erreichen. Wäre (natürlich) mein Bus gewesen. So nehme ich Herrn Brauns Platz in Bus 1 ein – ohne größere Kenntnis der Fahrstrecke. Navi sei Dank! Nur die letzte und entscheidende Einfahrt verpassen wir. „Hier ist es! Hier rechts müssen wir...“ kriege ich noch heraus, bevor die Krefelder Lutherkirche schon an uns vorbeizieht und unseren Blicken entschwindet. Die anschließende Rundreise durch Krefeld hat auch was. 7 Tage, 28 Orgeln der unterschiedlichsten Couleur. Werke deutscher Hochromantik (Walcker - Krefeld Lutherkirche, Sauer – MG-Rheydt), neobarocke Instrumente (Peter - Köln Kartäuserkirche), sogar mitteldeutsch inspirierte Orgeln (Wegscheider – Köln Michaelshoven), bis hin zu modernen, z.T. experimentellen Orgeln (Klais – Schlosskirche BN, Peter – Köln Kunststation St. Peter) – es wird die ganze Palette der Köln/Bonner Orgellandschaft aufgezeigt. Ob mir alles gefällt? Sicherlich nicht – auch als Orgelbauer hat man eben so seine persönlichen Präferenzen. Aber es zeigt sich wieder einmal des Öfteren, dass selbst die schönste Orgel nicht gegen einen akustisch, sagen wir „suboptimalen“ Raum ankämpfen kann. In einem speziellen Fall tut mir sowohl Orgel als auch Orgelbauer wirklich aufrichtig Leid... Alles andere als Leid werde ich die „Late-Night-Specials“. Der Abend mit Claudio Brizi an seinem Claviorganum in Maria Lyskirchen ist schlichtweg atemberaubend! Begeisterungsstürme des kritischen Fachpublikums nach BWV 565 – noch Fragen? 40 Finger – 424 Tasten, eher am modernen Ende der musikhistorischen Skala angesiedelt, aber nicht minder eindrucksvoll. Markus Hinz, Thomas Roß, Matthias Haarmann und Meik Impekoven an sage und schreibe acht Instrumenten. Irre! Für das letzte Late Night Special wird der Dom (ja, der Kölner!) nur für die Teilnehmer der GDO Tagung geöffnet. So intim habe ich die Orgeln des Doms noch nie erlebt, selbst bei meinem damaligen Besuch während des Baus des Langhausorgel nicht. Ein besonderer Dank gilt da natürlich Domorganist Prof. Bönig. Drei unserer Orgeln sind auch mit von der Partie, die auch alle ausgezeichnet vorgestellt werden: Stefan Harwardt an unserer US-Steere&Turner-Orgel in Köln Rodenkirchen „St. Maternus“, Christian Jacob an unserer Queen am Rhein in Bonn-Limperich und Dirk-Johannes Neumann in Köln-Vingst „St. Theodor“, letzterer sogar mit seiner eigenen Komposition „1. Sinfonie für Orgel solo“. Trotz Hüftprobleme schafft es auch mein Vater, in Vingst und Rodenkirchen anwesend zu sein, was mich sehr freut. Einzig schade ist, dass Köln-Porz „St. Josef“ als unser Opus Maximum mit III/41 nicht im Programm ist, aber die Sanierungsarbeiten in der Kirche machten dem leider einen Strich durch die Rechnung. Doch es folgen weitere „magische“ Momente. So zum Beispiel, als Christian Jacob in Limperich mit der Sylvestrina celestes und dem 32' im Pedal die vielleicht leisesten Töne der Tagung spielt – kollektives Augenleuchten, nicht zuletzt nach etlichen Dezibelschlachten der Vortage... Pompös geht aber auch: die neue Hochdruck-Tuba ertönt das erste mal, quasi als sneak preview. 16-8-4. Ich höre sie das erste Mal nach dem Einbau unter Wettkampfbedingungen. Bewegend! Ich freue mich sehr über die vielen positiven Rückmeldungen.Die Glocken von St. Kunibert läuten nur an hohen Festtagen, wenn es einen neuen Papst gibt – und wenn die GDO kommt.“ so Stefan Braun nach dem kurzen aber feinen Konzert von Prof. Geffert an der Kuhn-Orgel in St. Kunibert. Und tatsächlich: 5 Minuten lang volles Läutwerk. Beeindruckend. Handys und Kameras werden Richtung Kirchturm gereckt. Ja, meine ist auch dabei. Irgendwie schaffe ich es, parallel mit meinem Smartphone einen Tweet auf meine Social-Media-Kanäle abzufeuern. Wieder frage ich mich, was meine Mit-Teilnehmer von meiner ganzen Handy-Flitscherei halten mögen. Die Mitgliederversammlung gebe ich mir natürlich auch – wenn schon, denn schon. Ich werde nicht enttäuscht. Die Ausblicke auf die kommenden Tagungen machen Lust auf mehr. Bert Wisgerhof stellt die Tagung 2014 in Bergamo vor. 2015 geht’s nach Dresden (spätestens da muss ich mit!), Zwolle 2016 wird beschlossen. Mein Daumen wirbelt über mein Smartphone. Ich laufe im Berichterstatter-Modus.Tag 7 hält für Unentwegte noch ein Dessert bereit“ heißt es im Tagungsprogramm. Natürlich bin ich einer der Unentwegten – und für Desserts bin ich sowieso immer zu haben. Also geht's in die Eifel zu den König-Orgeln im Kloster Steinfeld und in Schleiden. Ich treffe nach Jahren endlich mal Friedbert Weimbs wieder. Apropos Orgelbauer – wo sind sie geblieben? Nur wenige Kollegen sind dabei. Schade. Desto mehr freut mich jede Möglichkeit zum Austausch. Der liebevoll gestaltete Grillabend bei Klais war da natürlich die perfekte Gelegenheit. Stichwort Austausch. Eine weitere schöne Erfahrung während der Tagung ist das persönliche Treffen mit etlichen meiner Facebook-Bekanntschaften. Matthias Haarmann, Meik Impekoven, Simon Botschen, Wietse Meinardi, Bert Wisgerhof... endlich steht man sich auch in Person gegenüber. Hätte ich so nicht erwartet. Grundsätzlich sind die Gespräche und das gemeinsame abendliche bzw. nächtliche Miteinander nicht minder spannend als die vielen Instrumente. Dabei ist es mir egal, ob mein Gegenüber 17 oder 70 Lenze hat. Ja, ich komme noch einmal auf das (leidige?) Thema der Altersstruktur. Natürlich ist die Mehrheit an älteren Orgelfreunden/-innen nicht von der Hand zu weisen. Das Problem einer bestehenden, funktionierenden Gruppe konstant für Nachwuchs zu sorgen ist kein GDO-spezifisches, sondern liegt in der Natur der Sache – banal, aber wahr. In der Tat konnte ich beobachten, dass die mittlere Altersschicht etwas spärlich besetzt ist. Dafür gab es überraschend viele junge Leute. Für mich als Orgelbauer ein kleiner Lichtblick am ansonsten alles andere als sonnigen Horizont des deutschen Orgelbaus. Diese beiden Gruppen zusammenzuführen ist sicherlich eine Aufgabe, die es innerhalb der GDO zu bewältigen gilt. Aber: es gibt ihn, den Nachwuchs. Davon abgesehen spielt sicher auch der triviale Grund eine Rolle, dass Pensionäre sich eher eine ganze Woche frei nehmen können als mitten im Beruf stehende Mittvierziger... Irgendwann ist auch der letzte Orgelton verklungen. Herzliche Abschiede, viele Hände zu schütteln. „Bis nächstes Jahr.“ Was bleibt ist ein runder, stimmiger Eindruck einer minutiös durchorganisierten Tagung. Das Orga-Team, bestehend aus Prof. Bönig, Prof. Geffert, Eckard Isenberg, Matthias Haarmann und – last not least – Hauptorganisator Stefan Braun, hat in meinen Augen ganze Arbeit geleistet. Das zeigt sich nicht zuletzt an dem Tagungsprogramm in Buchform. Einen Vergleich mit früheren Tagungen kann ich nicht ziehen, da dies wie gesagt meine erste GDO-Tagung war – aber mit Sicherheit nicht meine letzte!   Oliver Schulte, August 2013

Orgelbau Schulte auf der GDO Tagung 2013

Vom 28.7. bis zum 3.8. findet in Köln die Jahrestagung der Gesellschaft der Orgelfreunde GDO statt. Orgelbau Schulte ist mit drei Instrumenten dabei:

der historischen amerikanischen Steere&Turner in Köln-Rodenkirchen St. Maternus der Schulte-Orgel der Böhm-Kirche St. Theodor in Köln-Vingst und natürlich der "Queen am Rhein", der Binns-Schulte Orgel in Bonn-Limperich Heilig Kreuz

Als ganz besonderes Highlight präsentieren wir die

Premiere der brandneuen Hochdrucktuba 16-8-4 der Binns-Schulte-Orgel!

Oliver Schulte wird die ganze Tagung begleiten, an den entsprechenden Orgeln selber sprechen und - natürlich - über die ganze Veranstaltung auf seinen Sozialen Netzwerken hautnah berichten. In diesem Sinne - wir sehen uns in Köln! From July 28th to August 3rd the annual meeting of the "Gesellschaft der Orgelfreunde GDO" (Society of organ friends) will take place in Cologne. Orgelbau Schulte has three instruments to be visited: the historic american Steere&Turner organ in Cologne-Rodenkirchen St. Maternus the Schulte organ in the Böhm church St. Theodor in Cologne-Vingst and of course the "Queen at river rhine", the Binns-Schulte-organ in Bonn-Limperich, Heilig Kreuz And being the highlight of it all we proudly present

the premiere of the brandnew high pressure Tuba 16-8-4 in Bonn-Limperich!

Oliver Schulte will be part of the whole event, talking at the mentioned organs and - of course - report about the whole event on his social network streams. See you in Cologne! 🙂